
Auf der Druckstraße reicht bereits ein ungetrockneter Tropfen auf einer bestimmten Stelle des zu druckenden Materials aus, um den gesamten Druckprozess zu ruinieren. Herkömmliche UV-Lampen strahlen Energie in geraden Linien ab – dadurch entstehen Schattenbereiche, in denen die Tinte weiterhin klebrig bleibt. Wir haben nicht nur die Lampen angepasst, sondern auch das Energiefeld neu gestaltet.
Was technisch wichtig ist: Wir verwenden Quecksilberspaltlampen mit einem Spektrum, das der Chemie des Photoinitiators in der Tinte entspricht: 365 nm für tiefe Penetration, 385 nm für ein Gleichgewicht zwischen Oberfläche und Innerem des Materials sowie 405 nm zur Steuerung der Dicke der Schichten. Die maximale Strahlungsintensität wird so eingestellt, dass sie die kritische Expositionsgrenze der Tinte überschreitet – gemessen in mJ/cm² – über die gesamte Fläche des zu druckenden Materials.
Dichroische Reflektoren formen das Strahlungsmuster, indem sie die Photonen bündeln und umleiten. Dadurch wird die Streuung verringert und mehr nutzbare Energie auf das Substrat gebracht. Die Leistung der Lampen wird so kalibriert, dass die Spektralstabilität über 2.000 Stunden erhalten bleibt – mit weniger als 8% Rückgang der Strahlungsintensität.
Warum es in der praktischen Produktion funktioniert: Die Geometrie der Trocknung muss der Geometrie des zu druckenden Materials entsprechen. Wir kartieren zunächst die Konturen des Substrats und stimmen anschließend die Anordnung der Lampen sowie der Reflektoren so ab, dass keine „toten Zonen“ mehr entstehen. Die Energie wird somit in die Vertiefungen, an die Kanten sowie über die Unterseiten des Materials geleitet.
In Offset-, Flexo-, Sieb- und Tiefdruckanlagen passen wir die Leistung der Lampen, die Länge der Lichtbahn sowie die Anschlüsse dem vorhandenen Trocknungssystem an. Dadurch wird eine gleichmäßige Vernetzung der Tinktur in jeder Druckpass gewährleistet – selbst bei komplexen Konturen.
Was man beachten muss: Bei der Installation geht es darum, den Reflektor richtig auszurichten. Eine Fehlrichtung von 2 Grad kann dazu führen, dass wieder Schatten auf den steilen Flächen entstehen. Die Leistungsintensität muss mit der Geschwindigkeit der Druckmaschine sowie der Dicke der Tintenschicht übereinstimmen – zu hohe Leistung führt dazu, dass die Oberfläche überhitzt, während die tieferen Schichten weiterhin ungetrocknet bleiben.
In der Regel lässt sich der Energieverbrauch um 10–15% reduzieren, wenn man auf Systeme mit breitem Strahlungsbereich verzichtet. Dennoch muss man auf eine gute Wärmeabfuhr des Reflektors achten, damit die Spektralstabilität erhalten bleibt.